Ubuntu Touch ausprobiert

ubuntu-touch_cc-by_from_Vernon_ChanDie Liste der Betriebssysteme, die unter einer Open-Source-Lizenz stehen und auf mobilen Endgeräten laufen, ist lang. Ein neues System auf diesem Feld ist Ubuntu Touch, welches zur Zeit von Canonical entwickelt wird. Am 17. Oktober 2013 erschien die erste offiziell stabile Version.

Ubuntu Touch ist von der Bedienung her grundlegend anders aufgebaut als Googles Android oder Apples iOS. Das System und dessen Apps lassen sich hauptsächlich durch verschiedene Gesten bedienen. Zu Beginn ist diese Art der Bedienung jedoch stark gewöhnungsbedürftig. Der Test erfolgte auf zwei Nexus-4-Smartphones, die freundlicherweise von Canonical für die diesjährige Ubucon zur Verfügung gestellt wurden.

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Der Welcome-Screen.

Bedienung

Beim allerersten Anschalten eines Ubuntu-Touch-Gerätes erhält man zunächst eine kurze Einführung in die Bedienung des Systems. Diese kann man überspringen oder man folgt den Anweisungen auf dem Bildschirm. Dabei wird erklärt, dass jede der vier Kanten unter Ubuntu Touch mit verschiedenen Gesten belegt sind.

Beim Wischen von der linken Kante her erscheint der App-Launcher. Dieser ist vergleichbar mit dem Unity-Launcher des Ubuntu-Desktops, der sich ebenfalls an der linken Seite des Bildschirms befindet. Unter Ubuntu Touch sind allerdings nicht alle Apps aufgelistet, sondern nur eine bestimmte Auswahl.

Beim Wischen über die rechte Kante können die laufenden Apps einfach gewechselt werden. Falls sich der Nutzer auf dem Welcome-Screen (siehe unten) befindet, wird eben dieser zur Seite geschoben.

An der oberen Kante befindet sich die Indikator-Leiste, über die man einen schnellen Zugriff auf verschiedene Dinge bekommt, wie etwa die Konfigurationen von WLAN, GPS und Bluetooth. Weiterhin lassen sich dort auch noch Lautstärke, Bildschirmhelligkeit und Uhrzeit anzeigen und anpassen. Praktisch ist dabei besonders, dass immer die Einstellung dargestellt wird, die man mit dem Finger zuvor heruntergezogen hat. Wenn der Nutzer beispielsweise seine empfangenen Nachrichten lesen möchte, reicht es, die Wischgeste direkt am entsprechenden Indikator beginnen zu lassen. Dann wird auch direkt das ausgewählte Untermenü geöffnet. Durch seitliche Wischgesten kann man allerdings auch zwischen den einzelnen Indikatoren schnell und einfach wechseln.

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Die Animation während des Wechselns auf den „Home-Scope”.

Die untere Kante besitzt entgegen der restlichen Kanten nur hin und wieder eine Funktion. Je nach geöffneter Anwendung befinden sich dort Bedienelemente, um einen Schritt zurückzugehen, Einstellungen anzupassen oder auch neue Elemente hinzuzufügen. Hierbei haben die App-Entwickler freie Hand. Wenn man die Wischgeste bis zur Mitte des Gerätes durchzieht, öffnet sich ein halb-transparentes Menü. Dieses beinhaltet ein Suchfeld sowie darüber einige Schaltflächen, die zur Zeit allerdings ohne weitere Funktionen sind.

Beim Betätigen der Power-Taste erscheint bei einem bereits eingeschalteten Ubuntu-Touch-Gerät die Bildschirmsperre. Streng genommen ist dies aber gar kein Sperre, da sie das System nicht vor fremdem Zugriff schützt. Stattdessen nennt man es unter Ubuntu Touch den „Welcome-Screen“. Die Anzeige besitzt hierbei andere Funktionen als eine klassische Bildschirmsperre.

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Laufende Apps.

Es werden drei Dinge angezeigt: die aktuelle Uhrzeit, das aktuelle Datum und ein Kreis, der diverse nützliche Daten anzeigen soll. Im aktuellen Zustand zeigt dieser nur die Anzahl der am selben Tag geschossenen Fotos sowie die Anzahl der am selben Tag getätigten Anrufe und erhaltene Nachrichten an. Wenn also an einem Tag mit dem Smartphone zehn Fotos geschossen wurden und insgesamt drei Anrufe getätigt wurden, dann zeigt Ubuntu Touch diese Information auf dem Welcome-Screen in der Mitte des Kreises an. In Zukunft sollen dort mehr Informationen angezeigt werden, etwa die Anzahl empfangener E-Mails oder auch ungelesene Tweets.

Der Welcome-Screen ist allerdings nur wenig interaktiv. Auf den ersten Blick scheint es, als wenn die Information innerhalb des Kreises nur beim Anschalten des Displays erscheint. Mit einem Doppelklick innerhalb des Kreises erscheint allerdings auch die nächste Information.

Scopes

Für Ubuntu Touch gibt es insgesamt vier „Scopes”, die man auch als „Home-Screens“ ansehen kann. Nach dem Wegwischen des Welcome-Screens erscheint der „Home-Scope“. In diesem werden zur Zeit einige wenige Apps aufgelistet und einige gespeicherte Musik-Stücke im Raster dargestellt.

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Der „Home-Scope”.

Der „Home-Scope” befindet sich an der zweiten Position. Links davon befindet sich der „Music-Scope”. Dort werden aktuell zwei Dinge jeweils einzeln gruppiert: die gespeicherten Songs mitsamt eines Covers sowie populäre Songs aus dem Internet. Das gleiche gilt auch für den „Video-Scope”, der sich an der vierten und somit ganz rechten Position befindet. An der dritten Position befinden sich der „Application-Scope”. Sofern Apps zuvor geöffnet worden sind, werden diese dort aufgelistet. Weiterhin werden dort im Raster die installierten Apps, sowie „weitere App-Vorschläge“ aufgelistet. Bei letzterem lassen sich neue Apps installieren.

Ganz unten befindet sich noch eine Vielzahl an „Dash Plugins“, die man aktivieren bzw. deaktivieren kann. Als Beispiel seien hier die Dash Plugins „Commands“, „Applications“ und „Click Packages“ genannt. Das „Commands”-Plugin bezieht Suchergebnisse aus Binärdateien von installierten Anwendungen in der Unity-Suche mit ein. Ebenfalls zusammenhängend mit der Unity-Suche ist das „Applications”-Plugin, welches installierte Anwendungen über die Suche finden lässt. Wenn man „Click Packages“ deaktiviert, lassen sich keine externen Apps installieren.

In einem der Vorstellungsvideos [2] von Ubuntu Touch existiert übrigens ein „People-Scope“, der in der aktuellen Fassung allerdings nicht enthalten ist.

Core & System Apps

Auf dem Ubuntu Touch Image sind in der Standardversion bereits einige Apps vorinstalliert. Es folgt zunächst ein Überblick über diese Apps und deren Funktionen.

Browser

Die Browser-App nutzt zum Start der App den vollen Bildschirm aus. Die Adressleiste ist dabei verborgen und wird erst sichtbar, wenn man von der unteren Kante aus wischt. Daraufhin erscheint am unteren Rand die Adressleiste, die noch einen zusätzlichen „Activity“- sowie einen „Back“-Button besitzt. Beim Klick auf „Activity“ wird die Browser-Historie angezeigt. Zusätzlich werden die aktuell geöffneten Tabs angezeigt, zwischen denen gewechselt werden kann bzw. ein neuer Tab geöffnet werden kann.

Die Browser-App unterstützt zusätzlich zu der kurzen Wischgeste von der unteren Kante aus noch eine weitere Möglichkeit: Wenn man die Wischgeste bis zur Mitte durchführt, erhält man einige weitere Bedienmöglichkeiten des Browsers. Darunter die Vor- und Zurück-Buttons sowie einen Reload- und einen Bookmark-Button. Beim Betätigen des Bookmark-Buttons wird ein Lesezeichen hinzugefügt, das dann über das oben aufgeführte Menü erreichbar ist.

Kalender

Die Kalender-App unterstützt verschiedene Darstellungsarten. Standardmäßig öffnet sich beim Start der App die Monatsansicht. Um zwischen den Monaten zu wechseln, reichen Wischgesten nach rechts bzw. links aus. Über die Titelleiste kann man zwischen der Tages-, Wochen-, Monats- und Jahres-Ansicht wechseln. Beim Klick auf einen spezifischen Tag in der Monatsansicht, öffnet sich automatisch die Tagesansicht.

In der Optionsleiste, die wiederum durch die Wischgeste von der unteren Kante her aufgerufen wird, gibt es zwei Buttons, die genutzt werden können. Zum einen kann ein neuer Termin angelegt werden. Zum anderen kann die Ansicht auf den aktuellen Tag gestellt werden.

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Die Kalender-App in grün.

Wenn man einen neuen Kalender-Eintrag hinzufügen möchte, kann man dem Eintrag einen Titel geben, Start- und End-Uhrzeit festlegen sowie einen Ort definieren. Zusätzlich lassen sich Personen eintragen, die man trifft. Der Kalender-Eintrag kann auch als sich wiederholender Eintrag angelegt werden. Ein angelegter Kalender-Eintrag wird im Kalender dargestellt. In der Tagesansicht wird der Start- und Endzeitpunkt klar – mitsamt des Titels – dargestellt. Mit einem Klick auf einen Eintrag öffnet sich die ausführliche Beschreibung. Der Hintergrund der Termin-Details ist hier wiederum in weiß gehalten. Die Termin-Beschreibung wird allerdings nicht dargestellt, sondern nur alle anderen Informationen. Ein angelegter Termin lässt sich im Nachhinein nicht wieder anpassen. Die Optionsleiste besitzt in der Terminansicht nur einen Zurück-Button.

Wenn man mehrere zeitlich überschneidende Termine anlegt, dann lassen sie sich unter Umständen nicht anklicken, da die Elemente übereinander liegen. Hier ist also definitiv noch einiges an Arbeit zu erledigen, um den Kalender sinnvoll nutzen zu können. Ebenfalls fehlen Möglichkeiten zur Synchronisation des Kalenders mit Online-Kalendern, wie beispielsweise CalDAV [3]. Die oben genannten Funktionen des Kalenders sind größtenteils erst am Release-Tag in das Ubuntu Touch Image mit eingeflossen. Davor waren noch etliche Platzhalter enthalten.

Der Kalender ist in den verschiedenen Ansichten durchweg in Grün gehalten. Der Anblick ist dabei stark gewöhnungsbedürftig, da sich die Farbe optisch nicht ins Gesamtsystem einfügt. Einzig beim Dialog-Fenster zum Hinzufügen von Terminen begegnen einem die gewohnten Orange-Töne.

Kamera

Die Kamera-App besitzt im aktuellen Stand nur einige wenige, aber gängige Funktionen. Der Standard-Modus ist die Möglichkeit zur Aufnahme von Fotos. Mit einem Klick auf die zu fokussierende Stelle in der Vorschau, kann die Fokussierung der Kamera manuell eingestellt werden. Am unteren Rand befinden sich einige Buttons sowie ein Regler zum Zoomen. Der große mittlere Knopf ist zum Schießen von Fotos gedacht. Im Button links daneben lässt sich zwischen dem Foto- und Videomodus umschalten. Am linken Rand befindet sich zusätzlich die Option, den Kamera-Blitz an- bzw. auszuschalten oder ihn automatisch auslösen zu lassen. Rechts neben dem Kamera-Auslöser ist der Button zum Wechseln zwischen der Front- und Rückkamera platziert, welches problemlos und schnell vonstatten geht. Der Button am rechten Rand führt zur Galerie-App. In den Images vor dem Release enthielt das Menü, welches über die Wischgeste zur Mitte des Bildschirms auslösbar ist, die gleichen Bedienelemente in Listenform. In der finalen Version ist dies anscheinend wieder entfernt worden.

Im Moment funktioniert auch der Video-Modus nicht. Der Video-Kamera-Button innerhalb der App ist schlicht ausgegraut, da diese Funktionen nicht rechtzeitig fertig geworden ist.

Uhr

Die Uhr-App zeigt – wer hätte es gedacht – die aktuelle Uhrzeit an. Sie wird in Form einer Mischung aus einer analogen und digitalen Uhr dargestellt. Unterhalb dieser Uhr wird der aktuelle Ort und dessen Uhrzeit zusätzlich in digitaler Form angezeigt. Unter „Welt“ werden zusätzlich andere Städte und ihre Uhrzeiten aufgelistet. Darüber hinaus kann man die Städte über die Optionsleiste hinzufügen.

Über die Titelleiste erreicht man weitere Funktionen der Uhr-App, etwa die Alarm-Funktion. Dort lassen sich entweder neu einzelne Alarme einstellen oder aber auch sich täglich oder wöchentlich wiederholende Alarme festlegen. Beim wöchentlichen Alarm lassen sich speziell einzelne Tage aktivieren und deaktivieren, sodass man dort beispielsweise nur die Arbeitstage auswählen kann. Die Alarme lassen sich allerdings nicht speichern und somit lässt sicht kein Alarm auslösen.

Die Timer-Funktion kann individuell genutzt werden. Wenn man spontan nur einen Timer starten möchte, reicht es den Uhrzeiger des Kreises mit dem Finger zu drehen, um die Uhrzeit einzustellen. Das Verhalten des Timers ist am Anfang etwas verwirrend, da der Uhrzeiger sich nur bewegt, wenn man ihn direkt anfasst. Die Genauigkeit ist hierbei auf die Minute beschränkt. Eine sekundengenaue Definition der Zeit ist nicht möglich. Praktisch ist hingegen die Speicherung von Voreinstellungen, die im Anschluss unterhalb des Timers angezeigt werden. So kann man häufig genutzte Timer-Zeiten schon vorher erstellen, ohne sie jedes Mal neu konfigurieren zu müssen.

Das letzte Feature der Uhr-App ist eine Stoppuhr. Durch einen Klick in die Mitte des Kreises kann dort die Stoppuhr gestartet werden. Zusätzlich gibt es die „Runden“-Funktion, um beispielsweise die einzelnen Bahnzeiten über eine Laufstrecke zu stoppen.

Kontakte

Die Kontakte-App zeigt die gespeicherten Kontakte in alphabetischer Reihenfolge an. Die Sortierung geschieht anhand der Vornamen. In der Liste werden nur die Anfangsbuchstaben als Überschrift angezeigt, für die auch Kontakte existieren. Mit dem Klick auf einen der Buchstaben lassen sich die Kontakte-Listen ausblenden, sodass man schnell den/die Gesuchte findet, auch wenn viele Einträge vorhanden sind.

Zu einem Kontakt kann man dabei Informationen wie etwa Name, mehrere Telefonnummern und auch Adressen hinzufügen. Zudem lassen sich die Daten für diverse Instant-Messenger-Dienste hinzufügen, ebenso wie ein Bild des Kontakts.

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Ansicht eines Kontakts.

Bei zu langen Namen hat die App allerdings noch Probleme, sodass die Namen einfach abgeschnitten werden und so Teile unter Umständen fehlen können.

Telefon-App

Zu jedem Smartphone gehört eine Telefon-App. Für die einen ist es eine nützliche App, für die anderen eventuell eher weniger. Entweder kann man die Telefonnummer einer Person eintippen oder man greift über die Titelleiste auf die gespeicherten Kontakte zu. Beim Eintippen der Telefonnummer werden dabei automatisch gespeicherte Kontakte vorgeschlagen. Ebenfalls enthalten ist die obligatorische Anrufliste.

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Ein eingehender Anruf von Toddy.

Das Telefonieren funktioniert problemlos. Während des Telefonats kann man auch den Lautsprecher aktivieren und deaktivieren. Das gleiche gilt für das Mikrofon. Bei einem eingehenden Anruf erscheint eine Benachrichtigung als kleines Overlay am oberen Rand des Displays. Sofern der Anrufer als Kontakt gespeichert ist, wird dort neben der Rufnummer auch dessen Name angezeigt. Man kann dabei wie gewohnt den Anruf annehmen oder ablehnen.

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Telefonate funktionieren problemlos.

USSD-Codes [4] funktionieren aktuell allerdings noch nicht. Wenn man beispielsweise sein Guthaben – etwa mit *100# (variiert je nach Netzbetreiber) – abrufen möchte, erkennt die Telefon-App dies noch nicht und führt einen normalen Anruf durch. Beim Telefonieren wird der Annäherungs-Sensor des Smartphones genutzt, um den Bildschirm auszuschalten, während man das Gerät an das Ohr hält. Dies funktioniert soweit gut, allerdings flackert das Display, sobald man es während des Telefonats nicht mehr an das Ohr hält.

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Zuletzt getätigte Anrufe.

Die Anrufliste sortiert alle Anrufe chronologisch abwärts pro Tag. In dieser Übersicht werden sowohl die Uhrzeiten, als auch Name und Profilbild des Kontakts aufgelistet.

Friends

Die Friends-App ist eine kombinierte Twitter- und Facebook-App. Sie dient also zum Abrufen von Statusmeldungen auf den beiden Plattformen.

Beim ersten Start der App wird zunächst gemeldet, dass man ein oder mehrere Online-Konten in den Systemeinstellungen hinzufügen soll. Dort lassen sich aktuell Facebook, Twitter, Google und Ubuntu One hinzufügen. Über die App ist es nicht nur möglich, die Tweets und Facebook-Statusmeldungen abzurufen, sondern selbstverständlich auch eigene Posts beziehungsweise Tweets zu tätigen. Dabei kann man auswählen, ob man auf beiden Plattformen auf einmal posten möchte oder nur auf einer. Die Postings dürfen nicht länger als 140 Zeichen sein, weil die Texte sonst zu lang für Twitter wären. Zudem ist die App bei den Konfigurationsmöglichkeiten ziemlich stark eingeschränkt – sie existieren schlicht nicht. Auch das Abrufen der Statusmeldungen funktioniert nur bedingt, da zum Teil etliche Tweets fehlen.

Twitter-Mentions, also wenn in Tweets der eigene Twitter-Name erwähnt wird, werden als Overlay auch außerhalb der App als Benachrichtigung angezeigt. Nach einigen Sekunden verschwindet diese Meldung allerdings wieder, sodass man nicht wirklich schnell darauf zugreifen kann. Ferner werden diese Benachrichtigungen nirgends in der App angezeigt.

Galerie

Um geschossene Fotos anzuzeigen, gibt es die Galerie-App. Dabei existieren drei verschiedene Foto-Übersichts-Modi: „Events“, „Photos“ und „Albums“. Standardmäßig wird „Events” geöffnet, in dem die Fotos tageweise sortiert sind. Es werden die zuletzt aufgenommenen Fotos des Tages vorne angezeigt. Die Anzahl der dargestellten Fotos ist unterschiedlich, meist werden zwischen drei und fünf Fotos gezeigt. Mit einem seitlichen Wisch ist es möglich, die Vorschaubilder der einzelnen Fotos eines Tages zu überblicken. Mit einem Klick auf ein Bild öffnet es sich dann in der vollständigen Ansicht.

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Galerie Events-Ansicht.

Die Fotos können auch minimal bearbeitet werden, Funktionen wie das Rotieren und Ausschneiden sind bereits implementiert. Zusätzlich gibt es eine „Auto enhance“-Funktion, die das Foto verbessert bzw. verschlimmbessert. Aktuell scheint diese Funktion ein geschossenes Foto aufzuhellen oder auch abzudunkeln. Bei einigen Fotos ist es eine Verbesserung, bei anderen wiederum nicht.

Nach dem Ausführen der jeweiligen Aktion gibt es auch einen „Undo-Button“, um einige Schritte rückgängig zu machen. Alternativ kann man das bearbeitete Foto auch komplett in den Originalzustand zurückversetzen. In der Menüleiste gibt es zudem die Möglichkeit, das aktuelle Foto einem Foto-Album hinzuzufügen. Wenn man zuvor noch kein Album angelegt hat, kann man im gleichen Schritt einfach ein neues erzeugen – inklusive eines Titels und Untertitels. Da die Alben wie echte klassische Fotoalben aussehen, kann man deren Buchumschlägen verschiedene Farben zuordnen. Im Anschluss lassen sich dem Album außerdem weitere Fotos hinzufügen. Das Ganze funktioniert für eine Vorabversion bereits ziemlich gut und ist auch sehr nett anzusehen, weil hier zusätzlich einige Animationen hinzugefügt wurden. Die Alben kann man über die Titelleiste erreichen. Wenn man dann ein Album geöffnet hat, werden zwei Bilder gleichzeitig angezeigt und mit einem Wisch nach links oder rechts kann man wie in einem echten Buch blättern. Die dritte Ansicht ist die oben erwähnte Fotos-Ansicht, in dem die Fotos schlicht in einem Raster dargestellt werden.

Messaging

Mit der Messaging-App lassen sich in erster Linie SMS schreiben. Eine MMS-Unterstützung ist aktuell leider noch nicht enthalten. Die Kurznachrichten lassen sich selbstverständlich auch problemlos empfangen.

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Die Message-App zeigt SMS an.

Bei Eingang einer SMS erscheint am oberen Rand des Displays eine Benachrichtigung mit dem Inhalt der Nachricht. Weiterhin lässt sich die Nachricht im Messenger-Indicator anzeigen. Dort ist es ebenfalls möglich, direkt zu antworten. Alternativ kann der Nutzer die Messaging-App starten und von dort aus antworten.

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Die SMS im Message-Indicator.

Jede einzelne Nachricht kann man mit einer Wischbewegung in beide Richtungen löschen. Das gilt auch für alle Nachrichten mit einem Kontakt. Eine Nachfrage, ob die Nachrichten wirklich gelöscht werden soll, erfolgt nicht. Wenn ein Nutzer also zwischen den Apps wechseln will und dabei die Geste leicht versetzt durchführt, kann man versehentlich Nachrichten löschen. Die gleiche Geste ist übrigens auch bei den Kontakten enthalten, so dass auch dort versehentlich Kontakte gelöscht werden können.

Musik

Die Musik-App spielt die auf dem Gerät gespeicherten Musik-Dateien ab. Es gibt dazu verschiedene Modi, die genutzt werden können, um zwischen den einzelnen Musik-Stücken zu wechseln. Der Start-Modus heißt schlicht „Musik“, in dem sowohl die zuletzt abgespielten Stücke gelistet werden, als auch eine Kategorisierung in Genres stattfindet. Über die Titelleiste erreicht man zusätzlich die Modi „Künstler“, „Alben“, „Songs“ und „Playlists“.

Die einzelnen Modi sollten dabei selbsterklärend sein. Beim Klick auf einen Song öffnet sich eine Liste der Songs, die nacheinander abgespielt werden.

Notizen

Eine kleine aber feine App ist die Notiz-App. Die bisher einzige Funktion ist das Aufbewahren von kleinen Texten. Das Löschen einer Bemerkung ist nur möglich, wenn man jeden einzelnen Buchstaben der ganzen Notiz löscht. Sortiert werden sie absteigend vom letzten Bearbeitungszeitpunkt. Sinnvolle Funktionen wie das Gruppieren von Notizen oder ein Verschieben in den Papierkorb sind zur Zeit nicht implementiert.

Systemeinstellungen

Die Systemeinstellungen sind in drei Kategorien unterteilt: „Netzwerk”, „Persönlich” und „System”. Unter Netzwerk sind drei Konfigurationen verfügbar: WLAN, Bluetooth und Mobilfunknetz. Das WLAN lässt sich einschalten, die Umgebung kann nach neuen Netzen durchsucht werden und man kann sich problemlos mit diesen verbinden. Zudem gibt es die Einstellung, dass sich mit bereits betretenen Netzwerken wieder automatisch verbunden werden soll. Unter den Mobilfunk-Einstellungen lassen sich viele Optionen konfigurieren, etwa die Auswahl des Mobilfunk-Providers, die mobile Datennutzung oder auch Daten-Roaming im Ausland. In den Bluetooth-Einstellungen lässt sich zur Zeit ein Headset verbinden.

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Systemeinstellungen im Überblick.

Unter den persönlichen Einstellungen gibt es vier Punkte: „Hintergrund”, „Sound”, „Sprache & Text” sowie „Accounts”. Unter „Hintergrund” lässt sich ein Hintergrundbild für die Scopes festlegen. Standardmäßig ist das Hintergrundbild ein orange-lilaner Farbverlauf in den aktuell typischen Ubuntu-Farben. Beim Festlegen eines Hintergrundbildes wird die Galerie geöffnet und man kann ein Foto auswählen.

Unter den Ton-Einstellungen befinden sich aktuell nur zwei verschiedene Punkte, nämlich die Töne für einen eingehenden Anruf sowie einer eingehenden SMS. Unter „Sprache & Text” ist es möglich die Systemsprache zu ändern. Der Standard ist US-Englisch, aber es sind weit mehr Sprachen verfügbar. Der letzte Punkt unter den persönlichen Einstellungen sind die Konten, in dem sich Konten von Ubuntu One, Twitter, Facebook und Google konfigurieren lassen.

Unter System finden sich vier Punkte: „Batterie”, „Zeit & Datum”, „Sicherheit & Datenschutz” sowie „Aktualisierungen”. Unter „Batterie” wird die Ladekapazität des Akkus in einem Graphen dargestellt. Zudem kann die Bildschirmhelligkeit mit Hilfe eines Schiebereglers angepasst sowie Funknetzwerke an- und ausgeschaltet werden. Unter „Zeit & Datum” lässt sich die aktuelle Zeitzone sowie die aktuelle Zeit anpassen und das aktuelle Datum setzen. Alternativ kann man die Uhrzeit und das Datum auch automatisch über das Netzwerk synchronisieren lassen. Unter den Datenschutz-Einstellungen ist es möglich, einige Funktionen zu beschneiden. Die Statistiken, die auf dem Welcome-Screen erscheinen, können so beispielsweise deaktiviert werden, damit Fremde sie nicht lesen können. Die Dash-Suche schlägt in der Standardeinstellung sowohl lokal auf dem Gerät als auch im Internet das Eingabewort nach. Dies kann man, wenn gewünscht, auf das Telefon selbst begrenzen. Weiterhin kann man anpassen, ob Absturz-Berichte an Canonical gesendet werden sollen oder nicht. Unter den Aktualisierungen lassen sich relativ einfach die Systemaktualisierungen suchen und aktualisieren. Es kann auch ausgewählt werden, ob die Aktualisierungen automatisch installiert werden oder man diese eben manuell durchführt. Hierbei handelt es sich allerdings ausschließlich um Systemaktualisierungen; App-Aktualisierungen werden separat gehandhabt.

Der letzte Punkt in den Systemeinstellungen ist „Über das Telefon“. In diesem Punkt werden fast ausschließlich Informationen zum Gerät dargestellt, wie etwa die Seriennummer, die IMEI [5], die Betriebssystem-Version (hier: Ubuntu 13.10) oder auch der letzte Aktualisierungszeitpunkt. Zusätzlich gibt es den Storage-Punkt, in dem die Speichernutzung angezeigt wird. Dort wird außerdem der freie Speicher angezeigt sowie welche Arten von Dateien den Platz auf dem Gerät belegen.

Terminal

Zu (fast) jedem Linux-System gehört ein Terminal-Emulator. Auch Ubuntu Touch besitzt eine Terminal-App, mit der man Kommandos ausführen kann. Für den täglichen Gebrauch von Ubuntu Touch braucht man eigentlich keine Terminal-App. Ein Otto-Normalverbraucher sollte also eigentlich mit der Terminal-App nichts anfangen können. Shell-Liebhaber werden vermutlich Gefallen an der Terminal-App gewinnen, da man durchaus diverse Vorteile hat, wenn man einige Konsolen-Anwendungen nutzen möchte. Näheres dazu folgt im späteren Verlauf des Textes. In den Einstellungen zu der App lässt sich sowohl die Textgröße anpassen, als auch das Farbschema konfigurieren.

Weitere Apps

Einige der Core-Apps werden in diesem Test-Bericht nicht näher behandelt. Es gibt nämlich zusätzlich zu den oben genannten, ausführlich vorgestellten Apps weitere vorinstallierte Apps für das Wetter, für Aktien, einen Datei-Manager sowie einen RSS-Reader namens Shorts.

Weiterhin sind vier Apps für Twitter, Facebook, Amazon und Google Mail enthalten. Die Apps sind allerdings nichts anderes als „Wrapper-Apps“, die jeweils die mobilen Seiten des jeweiligen Dienstes aufrufen. Problematisch ist dabei, dass einige Apps eigene Gesten benötigen. In der Twitter-App kann man nämlich die Tweets abrufen beziehungsweise aktualisieren, wenn man die Timeline nach unten zieht. Das funktioniert allerdings unter Ubuntu Touch nicht, da systemweit ein sogenanntes „Bouncing“ aktiv ist. Das heißt, der Inhalt der App wird beim Scrollen nach oben oder nach unten gezogen, auch wenn kein Inhalt mehr folgt. Beim Loslassen des Fingers rutscht es wieder an die richtige Stelle. Dieses Feature ist beispielsweise bei iOS und auf Samsungs Android-Geräten aktiv. Das Problem hierbei ist also, dass das systemweite Feature die Geste innerhalb der App überschreibt. Hier wäre es also notwendig, dass die Gesten auch von HTML5-Apps genutzt werden können, sofern nicht das Ubuntu SDK verwendet wird.

Vorinstalliert sind zusätzlich zwei Spiele: Sudoku und Dropping Letters. Sudoku sollte für die meisten bekannt sein. Beim Spiel Dropping Letters fallen Buchstaben von oben nach unten. Ziel des Spiels ist es, anhand der Buchstaben Wörter zu bilden, damit die Kästchen verschwinden. Ist eine der Spalten vollständig mit Buchstaben gefüllt, dann ist das Spiel zu Ende.

Click Packages

Das Ubuntu Software Center gibt es zur Zeit nicht für Ubuntu Touch. Um Apps zu installieren, existiert ein Bereich unterhalb der installierten Apps im Application-Scope. Dieser wird einfach nur mit „weitere Vorschläge“ betitelt. Dort finden sich zusätzlich zu den installierten Apps noch etwas mehr als 50 Apps. Einige der Apps sind einfache Wrapper über mobile Webseiten, andere sind wiederum „echte“ native Apps, die speziell für Ubuntu Touch entwickelt wurden. Im Rahmen des Ubuntu App Showdown Contests [6] sind unter anderem drei Apps entstanden: ein Reddit-Client namens „Karma Machine“, eine Rezeptverwaltungs-App „Saucy Bacon“ sowie das Spiel „Snake“.

Weiterhin gibt es bislang nur wenige interessante Apps. Zu diesen gehört zum Beispiel Fahrplan [7], mit der man Fahrten mit dem öffentlichen Nahverkehr in Europa und Australien planen kann. Mit TouchWriter lassen sich Texte am Smartphone schreiben, die dann zu PDF, ODT oder auch HTML exportiert werden können. Die App „Geldliste“ reiht sich in die Reihe der produktiven Apps ein, mit denen man seine Ausgaben verwalten kann. Mit Ubuntu Tasks und Simple ToDo sind auch Todo-List Manager verfügbar.

Was fehlt?

Einige aufmerksame Leser haben vielleicht schon gemerkt, was für eine wichtige App fehlt: eine für E-Mails! In den Core-Apps gibt es aktuell keinen E-Mail-Client. Es ist zwar eine Gmail-Web-App vorinstalliert, allerdings ist diese weder nativ, noch möchte jeder Google Mail nutzen. Für das erste Release von Ubuntu Touch wird es somit keine native E-Mail-App geben. Vermutlich wird frühestens für Ubuntu 14.04 eine entsprechende Anwendung erscheinen.

Einige Nutzer dürften zusätzlich vermutlich einen WhatsApp-Client vermissen. Dieser Dienst wird von vielen Nutzern weltweit genutzt. Das Problem hierbei ist das proprietäre Protokoll. Es gab [8] zwar bereits einen Ansatz [9], einen WhatsApp-kompatiblen Client für Ubuntu Touch bereitzustellen, aber die Arbeiten sind wieder zum Erliegen gekommen. Grund war, dass dem Autor die Zeit zum Entwickeln fehlte, nachdem WhatsApp das Protokoll verändert hatte. Hier wäre natürlich das Angebot einer App durch die Firma hinter WhatsApp ideal, was zur Zeit noch nicht in Sicht ist.

Unter der Haube

Mit dem ersten stabilen Release von Ubuntu Touch 13.10 (Saucy Salamander) ist das System für offiziell zwei Geräte verfügbar. Canonical unterstützt neben dem Google Nexus 4 [10] noch das Galaxy Nexus [11]. Weiterhin werden noch zwei weitere Builds für Geräte zur Verfügung gestellt, die aber explizit nicht zum Release von Saucy Salamander und somit nicht zum Stable-Zweig gehören. Dies wäre zum einen das Nexus 7 (2012) [12] sowie das Nexus 10 [13]. Für das erste Release von Ubuntu Touch wurde ein großer Wert auf die Smartphones gesetzt und somit weniger auf die Tablets, weshalb für die beiden Tablets kein stabiles Release erfolgte.

Neben den oben genannten Geräten gibt es noch weitere Images, die auch auf anderen Geräten laufen. Diese werden allerdings nicht offiziell von Canonical unterstützt, sondern sind Arbeiten aus der Community. Die Liste der funktionierenden findet sich im Ubuntu Wiki [14]. Unter den Funktionsfähigen sind viele aktuelle High-End-Geräte, aber auch Geräte, die ein bis zwei Jahre alt sind. So gibt es zwar Builds für das Samsung Galaxy S2 und S3, allerdings nicht für das S4.

Für die Entwicklung auf den vier Nexus-Geräten pflegt das Ubuntu Touch Team eine Tabelle in GoogleDocs [15], welches die aktuelle Unterstützung der Hardware auf den verschiedenen Geräten [16] übersichtlich darstellt. Aktuell wird das Nexus 4 am besten unterstützt; das Galaxy Nexus folgt als Nächstes. Bei einigen Sensoren wurde allerdings die Arbeit noch gar nicht begonnen, sodass diese nicht funktionieren. Als Beispiel sei hier das Gyroskop oder der Kompass genannt.

Bei den Ubuntu Touch Images wird zwischen „flipped“ und „unflipped“ unterschieden. „Unflipped“ Images sind stark Android-basierend, d. h. auf diesen Systemen läuft als Hauptbetriebssystem Android. Zunächst startet Android komplett und anschließend wird Ubuntu mittels chroot [17] ausgeführt. Diese Variante wurde allerdings nur zu Beginn der Entwicklung angewandt. Im Laufe der Zeit wurde dann allerdings ein „flip“ durchgeführt, d. h., dass nun nicht mehr Android komplett bootet und dann Ubuntu gestartet wird, sondern zunächst Ubuntu gestartet wird und im Anschluss einige Android-spezifische Tools in einem Container gestartet werden. Da hier die Funktionsweise vertauscht bzw. „gedreht“ wurde, bekamen die entsprechenden Images den Namenszusatz „flipped“. In den Community-Builds sind viele Images weiterhin „unflipped“, wie man aus der entsprechenden Tabelle entnehmen kann. Die offiziell unterstützten Geräte von Canonical sind schon sehr früh in der Entwicklung von Saucy auf die neue Methode umgeschwenkt.

Ubuntu Touch nutzt als Display-Server bereits jetzt standardmäßig Mir [18]. Mir wurde allerdings erst knapp eine Woche vor dem Release von Saucy zum Standard erhoben. Vorher war stets SurfaceFlinger [19] als Display-Server im Einsatz, welches von Google entwickelt wird und unter Android zum Einsatz kommt.

Android hat aktuell immer noch großen Einfluss auf Ubuntu Touch. Sowohl aus Kompatibilitätsgründen zu spezifischen Geräten, als auch an der einfacheren Umsetzung werden viele Android Services unter Ubuntu Touch ausgeführt. Die Services laufen dabei innerhalb eines LXC-Container [20] und sind somit vom restlichen System abgeschottet. Der Linux-Kernel wird weitestgehend von Android übernommen; dort werden nur wenige Änderungen implementiert.

Ein Beispiel ist die Nutzung von AppArmor [21]. Zusätzlich wird OpenGL ES 2.0 HAL [22] sowie Treiber von Android übernommen. Weiterhin wird ebenfalls der Media HAL übernommen, womit im Wesentlichen die Hardware-Video-Dekodierung ermöglicht wird. Zuallerletzt sei auch noch RILD erwähnt. Dies ist ein Interface, um die Mobilfunkverbindung zu einem Provider aufzubauen und aufrecht zu erhalten.

Die Kommunikation zwischen Ubuntu und dem Android Linux-Kernel wird mittels Binder, Sockets und libhybris [23] realisiert. Binder ist für die Interprozess-Kommunikation zuständig, während libhybris dafür zuständig ist, Bionic-Code [24] unter einer gängigen Linux-Distribution auszuführen.

Fazit

ubuntu-touch-tablet-mobile_cc-by-nc-sa_from_Ruslan_RugoalsDie Veröffentlichung der ersten Version von Ubuntu Touch ist erst wenige Tage her. Viele Dinge funktionieren entweder gar nicht oder nur bedingt. Andere Dinge sind wiederum gut umgesetzt und funktionieren. In der Bedienführung wurden einige interessante Ideen implementiert, womit sich ein Ubuntu Touch Gerät schnell und einfach bedienen lassen. Einige dieser Ideen sind jedoch etwas umständlich; z. B. das Bedienen des „Zurück“-Buttons, wofür sowohl eine umständliche Geste, als auch ein normaler Tastendruck notwendig sind. Je mehr Anwendungen man startet, desto häufiger passiert es, dass das System ziemlich langsam wird. Es tummeln sich weiterhin noch viele Bugs, die hin und wieder auftreten, etwa ein plötzliches Verschwinden der Tastatur. Nach dem Beenden von Apps lässt sich das System dann aber wieder schnell nutzen. Einige Core-Apps und System-Apps sind noch stark beschnitten, sodass man Ubuntu Touch kaum auf produktiven Geräten nutzen kann, wenn man auf mobile Datenverbindung, Kalender-Synchronisation oder einer nativen E-Mail-Client angewiesen ist. Man darf also noch etwas abwarten, bis man Ubuntu Touch produktiv einsetzen kann. Möglicherweise gibt es dann auch schon Geräte, bei denen Ubuntu Touch als System standardmäßig ausgeliefert wird. Laut Canonical soll dies bereits Anfang nächsten Jahres der Fall sein.

Der Artikel Ubuntu Touch ausprobiert von Sujeevan Vijayakumaran, erschienen bei freiesMagazin unterliegt der CC-BY-SA-3.0 Unportted. Es wird die Erlaubnis gewährt, den Artikel unter den Bestimmungen der Creative-Commons-Lizenz zu kopieren, zu verteilen und/oder zu modifizieren.