Welches Dateisystem unter Linux verwenden?

Festplatte - cc-by-sa von Alpha sixBei der Installation von Linux hat man alle Freiheiten. Häufig macht sich der Anfänger bei der Installation aber keine Gedanken über das Dateisystem und wählt das aus, welches seine Distribution per Default vorgibt. Dabei hat man unter Linux eine ganze Reihe von Dateisystemen zur Auswahl und häufig ist nicht das beste Dateisystem für den Einsatzzweck vorausgewählt. Mit ein paar Richtlinien kann man zielsicher das richtige Dateisystem für seine Einsatzzwecke auswählen.

ComputerAuf einem aktuellen Rechner ist XFS die richtige Wahl.
Das Dateisystem XFS (uniX File System) ist zwar schon ziemlich alt, dafür aber sehr ausgereift und robust. Geschwindigkeitsmässig ist es immer noch voll auf der Höhe der Zeit. Darüberhinaus bildet das Dateisystem alle Anforderungen ab, die ein normaler Anwender an seinen Computer stellt (Journaling).

Einziger Nachteil ist, dass die CPU-Belastung beim Anschauen von großen Verzeichnissen hoch ist. Deswegen sollte man auf älteren Rechnern oder Netbooks mit schwacher CPU lieber zu Ext4 (fourth extended filesystem) als Dateisystem greifen, um mit vielen Dateien flüssiger arbeiten zu können.

USB Stick - cc-by von AsherDatenaustausch mit anderen Betriebssystemen geht am besten mit Fat32.
Fat32 (File Allocation Table) ist das Dateisystem, das problemlos auf allen gängigen Betriebssystemen selbst in uralten Versionen gelesen werden kann. Es ist damit das perfekte universelle Datenaustausch-Dateisystem. Der größte Nachteil ist die Begrenzung der Dateigröße auf 4 Gigabyte. Nun wird man kaum unkomprimierte Audio- oder Videodateien auf USB-Sticks austauschen, auf Wechselfestplatten hingegen schon.

Wenn man Daten zwischen Linux und Windows austauschen möchte, bietet sich für große Dateien das Microsoft-Dateisystem NTFS (New Technology File System) an. Aktuelle Linux-Versionen können inzwischen problemlos NTFS lesen und beschreiben.

Für Linux auf SD-Cards nimmt man UBIFS.
Bei Mobiltelefonen mit Android oder embedded Systemen wie beispielsweise dem Raspberry Pi wird Linux direkt von einer SD-Card gestartet. Normalerweise wird ein Dateisystem stark unterschiedlich belastet. Dies ist sehr nachteilhaft für SD-Cards, da sie bei sehr vielen Schreibzugriffen auf die selben Speicherzellen schneller verschleißen. Das Dateisystem UBIFS (Unsorted Block Image File System) nimmt darauf Rücksicht und verteilt die Schreibzugriffe und erhöht damit die Lebensdauer von SD-Cards. UBIFS ist sehr wahrscheinlich der Nachfolger von JFFS2 (Journaling Flash File System, Version 2) mit dem entscheidenden Vorteil die CPU beim einhängen des Dateisystems weniger zu belasten, was sich mit einem deutlichen Geschwindigkeitsvorteil bemerkbar macht.


Der Artikel “Welches Dateisystem unter Linux verwenden?” von Carsten Neumann, erschienen im Blog von Carsten Neumann erschienen und unterliegt der CC-BY-Lizenz. Es wird die Erlaubnis gewährt, den Artikel unter den Bestimmungen der Creative-Commons-Lizenz zu kopieren und zu verteilen.